Rasselnde Bälle und blickdichte Brillen

Spielvereinigung veranstaltet ersten Blindenfußball-Workshop

Abseits des Rasens
Donnerstag, 20.10.2022 // 16:54 Uhr

Mit Unterstützung des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds (BBSB) e.V. und den Blindenfußballmannschaften aus Ingolstadt und Stuttgart fand das erste Fußballtraining für blinde und sehbehinderte Menschen bei der SPVGG GREUTHER FÜRTH statt.

Rasselnde Fußbälle, „Voy!“-Rufe der Spieler, Guides hinter den Toren, die mit „Hier“-Rufen zum Tor lenken – im Soccer Court der Spielvereinigung wurde es am vergangenen Samstag laut. Sechs blinde und sehbehinderte Fußball-Neulinge lernten gemeinsam mit Blindenfußball-Profis die wichtigsten Regeln des Sports kennen und testeten ihr Können am Ball.

Initiiert und mitorganisiert wurde der Workshop von Teilnehmer und Sportreferent beim Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) e.V. Simon Bienlein. „Ich freue mich, dass wir hier sein dürfen und Unterstützung aus Stuttgart und Ingolstadt haben“, begrüßte er die Teilnehmer. Denn neben der bunt gemischten Gruppe aus Fußball-Neulingen waren auch erfahrene Spieler und Trainer aus Ingolstadt und Stuttgart dabei. Die beiden Trainer des Tages Mulgheta Russom und Alexander Fangmann spielen mit dem MTV Stuttgart in der Blindenfußball-Bundesliga und kamen gemeinsam mit Trainer Giuseppe Calaciura nach Fürth. „Wir haben schon einiges hinter uns und wollen von unserer Erfahrung etwas mitgeben“, so Russom. Das Ziel beim ersten Training: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unabhängig von ihren Erfahrungen in den Blindenfußball einführen.

HÖREN STATT SEHEN

Los ging es deshalb mit den wichtigsten Regeln: alle Spieler tragen blickdichte Augenbinden, um Chancengleichheit bei unterschiedlichen Sehvermögen herzustellen. Nur der Torwart ist sehend und unterstützt sein Team mit Anweisungen. Wer sich dem Ball nähert, muss sich mit dem spanischen Wort „Voy“ („Ich komme“) bemerkbar machen, um ein Zusammenstoßen zu verhindern.

Nach der Regeleinführung und einigen Aufwärmübungen ging es dann an den Ball: Nacheinander mussten die Teilnehmer mit dem Fußball, der mit einem rasselnden Klangsystem ausgestattet und etwas kleiner als ein normaler Fußball ist, zuerst von Bande zu Bande dribbeln. Anschließend wurde der Torschuss geübt. Sehende Guides hinter den Toren markierten durch Rufen und Klopfen die Position des Tors.

Treffsicher landete der Ball bei vielen im Netz – auch bei den Spielern aus Ingolstadt. Sie trainieren seit knapp einem Jahr in der Blindenfußballmannschaft des FC Ingolstadt 04. „Wir sind gerne hier zum Workshop gekommen, weil wir auch noch dazulernen müssen. Auch wir haben bei 0 angefangen und unterstützen den Blindenfußball bei der Spielvereinigung deshalb gerne“, so der Trainer Peter Adrian.

Dass alle etwas gelernt hatten, wurde am Ende des Workshops deutlich, als noch eine Partie gespielt wurde: Die Spielerinnen und Spieler dribbelten, passten und brachten den Ball einige Male im Tor unter.

Wenn ihr selbst interessiert seid, Blindenfußball zu spielen oder zum Thema am Ball bleiben wollt, könnt ihr mit Simon Bienlein, Sportreferent beim BBSB über Simon.Bienlein@bbsb.org Kontakt aufnehmen.

 

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