Der Ausgangspunkt für die Aufwärtsentwicklung

Oliver Zettel erzielte das zweite Tor im Entscheidungsspiel.
Historie
Freitag, 04.06.2021 // 10:14 Uhr

Am heutigen Freitag jährt sich zum 30. Mal ein Wendepunkt in der Geschichte der Spielvereinigung: Durch einen 2:1-Sieg gegen die Amateure des 1. FC Nürnberg im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Landesliga Mitte stieg das Kleeblatt nach drei Jahren in der Viertklassigkeit in die damals drittklassige Bayernliga auf.

„Wir standen unter Druck, das hat man in den Tagen vor dem Spiel gespürt. Schließlich war es für die Existenz des Vereins eminent wichtig, zumindest wieder die Bayernliga zu erreichen“, so Günter Gerling. Der heutige Vize-Präsident saß damals auf der Trainerbank des Kleeblatts.

Am vorletzten Spieltag hatte das Kleeblatt bei Post/Süd Regensburg nur ein 1:1 erzielt. Die Nürnberger konnten mit einem 4:1-Heimsieg gegen den FC Passau aufschließen. Am letzten Spieltag gewannen die Ronhofer zu Hause 4:0 gegen den Nachbarn SG Quelle, die Nürnberger ebenfalls 4:0 bei Jahn Forchheim. So hatten beide Teams am Ende 47:11 Punkte auf dem Konto. Die Fürther hatten das bessere Torverhältnis, doch das zählte im bayerischen Amateurfußball nicht.

Eine ganze Reihe von Chancen.
Günter Gerling, Kleeblatt-Vize-Präsident
Andreas Sendner (am Ball) und Harald Ebner (hinten), hier bei einem Liga-Spiel im Ronhof, waren Aktiv-Posten beim Aufstieg 1991.

Am Abend des Dienstags, 4. Juni 1991, ging es also in Bayreuth um die Meisterschaft der Landesliga Mitte und den direkten Aufstieg, der Verlierer würde in die Relegation geschickt werden. Günter Gerling erinnert sich: „Wir waren von Anfang an das bessere Team und hatten eine ganze Reihe von Chancen.“ Martin Hermann erzielte in der 17. Minute nach einem Solo den Führungstreffer, die weit über tausend mitgereisten Fürther Fans jubelten, sahen aber in der Folge ein Kleeblatt, das verschwenderisch mit den Gelegenheiten umging. Dirigiert vom überragenden Harald Ebner im Mittelfeld, hatten Achim Beierlorzer, Martin Hermann, Andreas Sendner und Oliver Zettl teilweise beste Möglichkeiten vergeben. Erst das 2:0  durch Oliver Zettl in der 80. Minute sorgte für Erleichterung.

Der Sekt sprudelte zu früh

Das Anschlusstor für die Nürnberger in der 88. Minute kam zu spät, brachte aber ausgerechnet  Teamleiter Wolf Nanke in die Bredouille. Nanke, sonst eher als klassischer Pessimist bekannt, war ausnahmsweise siegessicher, hatte Sekt im Bus versteckt und gab dem damaligen Busfahrer Pit kurz zuvor das Signal.

Dachte, da passiert nichts mehr.
Wolf Nanke

„Ich dachte, da passiert nichts mehr. Doch als Pit die Tasche mit dem Sekt neben der Trainerbank abstellte, explodierte eine der Flaschen – genau in dem Moment, als der Club das Tor schoss. Ich durfte mir ganz schön was anhören von Trainer Gerling“, schmunzelt Nanke 30 Jahre später über die Episode.

"Endlich geschafft"

Der heute 78-Jährige erinnert sich an die bangen letzten Minuten und den unbändigen Jubel, der dann losbrach: „Unsere Fans stürmten den Platz, es war unbeschreiblich.“

Die Feierlichkeiten, die sich anschlossen, rekapituliert Harald Ebner immer noch mit großer Freude: „Als wir ziemlich spät am Abend am Ronhof ankamen, wartete da eine große Menge. Die Fans waren aus dem Häuschen. Als ich aus dem Bus stieg, wurden die Augen schon ein bisschen feucht. Wir hatten es endlich geschafft. Wir wussten ja alle, dass für die traditionsreiche Spielvereinigung die Landesliga keine adäquate Spielklasse war.“

Kleiner Kader, aber umso größerer Zusammenhalt.
Wolf Nanke

Wolf Nanke hat im Nachhinein sogar eine Parallele zum aktuellen Aufstieg in die Bundesliga erkannt: „Auch damals war die Mannschaft ein verschworener Haufen. Wir hatten ebenfalls einen sehr kleinen Kader, aber einen umso größeren Zusammenhalt.“

Und Günter Gerling weist darauf hin, dass der damalige Erfolg der Ausgangspunkt für die Aufwärtsentwicklung war, die eigentlich seit damals anhält: „Nach dem Aufstieg spielten wir in der Bayernliga gleich eine gute Rolle und konnten uns drei Jahre später für die neue Regionalliga Süd qualifizieren. Dadurch waren wir auf Augenhöhe mit den Vestenbergsgreuthern, und nur dadurch konnte es dann auch zum Zusammenschluss und zur SpVgg Greuther Fürth kommen.“

 

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