Emotionen mit Abstand

Der Spilldachskommendar.

Profis
Montag, 18.05.2020 // 13:39 Uhr

Unser Ronhofer blickt nach der Coronazwangspause auf das Last-Minute-Remis zum Re-Start gegen den Hamburger SV zurück. Wie immer ist dabei kein klassischer Spielbericht, keine Taktikanalyse, sondern unser Spilldachskommendar auf Fränkisch herausgekommen: 

Soderla, etz hammer in Färdd des erste Spiel ohne Zuschauer gseng. Unser Ronhof iss etz fast 110 Jahr alt – aber des hat er noch ned erlebt…

Ich persönlich find, dass des Spiel gecher den HSV rein fußballerisch betrachtet durchaus ansehnlich wor – vom Ergebnis her kann mer mit dem Unentschieden ja auch zufrieden sei. Ned blos, weil der Havard Nielsen den Ausgleich erst in der letzten Sekunde gschossn hat. Ich find, dass des Kleeblatt des 2:2 und den Punktgewinn verdient ghabt hat.

Die Vortribüne ist die vorübergehende Ersatzbank, denn dort können die Abstandsregeln bestens eingehlaten werden.

Die ersten poor Minuten ham ja beide Seiten a weng auf Abtasten gmacht – vor allem der HSV wor ziemlich weit hinten gstandn. Die Fußballer nennen des ja immer „den Rhythmus finden“, wenn a längere Pause gwesen iss. So wars auch am Sunndoch – aber nach a poor Minuten wor des für mich a ganz normales Zweitliga-Spiel. Hin und Her, Zweikämpfe, a poor Fouls – wos mer so halt erwartet vom Spiel. Zumindest affm Platz…

Dass des Gwerch außenrum gfehld hat, des iss ja auch klar. Der Jubel bei die Tore, oder die üblichen Pfiffe gechern Schiri, des Anfeuern der Mannschaftn -  wor halt alles ned. Des wor halt irgendwie so ähnlich wie bei einem Vorbereitungsspiel im Trainingslager irgendwo in der Türkei oder in Spanien, wo dann vielleicht 30 Leut um den Platz rum stehn. Allerdings hab ich auch im Trianingslager noch nie jemand mit einer Schutzmaske rumlaufen sehn. Und immer wenn am Sunndoch jemand mit so einer Maske zu sehn war, dann iss mer halt dran erinnert wordn, dass es eine ganz besondere Situation iss, in der gspielt wird.

Mal vom durchaus zufriedenstellenden Ergebnis abseng, hat mer in Färdd am Sunndoch die Organsiation nach den ganzen Vorgaben der DFL gut hingekriegt – wie anscheinend fast überall. Selbst beim Jubel nachm 2:2 hamm sich die Kleeblatt-Spieler grad no erinnert und den Havard Nielsen ned in einer Jubeltraube begrabn.

Insgesamt also wors bei allen Umständen a Erfolch für des Konzept von der DFL und den deutschen Fußball. Immerhin hat ja die ganze Welt zugschaut. Dass mir alle lieber im Ronhof sinn und des Kleeblatt anfeuern, des iss doch klar. Aber so iss es halt erscht amohl, mir alle können das Virus ja net einfach wegzaubern. Etz hoffmer, dass es ohne große Zwischenfäll weiter gehd. Unser nächstes Spiel ist ja dann am übernächsten Diensdoch, wenn die Osnabrücker nach Färdd kumma.

Also. Bleibt gsund und drückd die Dauma fürs Kleeblatt – es iss ja ned für immer, dass mer draussn bleibm müssn…