Historisches Geister-Derby?

Nach Kriegsende: Fürth stellte FCN Ronhof für Training zur Verfügung.

Profis
Donnerstag, 11.06.2020 // 11:35 Uhr

Am Samstag steigt im Nürnberger Stadion das erste „Geister-Derby“ in der langen Geschichte der Lokalspiele der Spielvereinigung gegen den FCN. Doch wird das 266. Derby das tatsächlich erste ohne Zuschauer sein?

Möglicherweise standen sich die beiden Vereine bereits einmal vor leeren Rängen gegenüber.

Fest steht, dass es definitiv das erste Pflichtspiel der beiden fränkischen Kontrahenten sein wird, das ohne Fans auf den Rängen laufen wird. Die historischen Fakten aus der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg legen jedoch zumindest die Vermutung nahe, dass es ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits einmal gegeben haben könnte.

Verhandlungen um den Ronhof mit dem US-Militär

Nach Beendigung des Krieges waren die großen Sportplätze des Deutschen Reiches größtenteils von den Besatzungsmächten akquiriert. Auch in Fürth hatte die US-Armee den Ronhof als Gelände, unter anderem zum Abstellen diverser Militärfahrzeuge oder für Sportaktivitäten, beschlagnahmt.

Um den Ronhof wieder zurückzubekommen, musste die Vereinsführung in Verhandlungen mit der Militärverwaltung eintreten. Als Chef der Kleeblatt-Delegation wählte man Vorstandsmitglied Willi Kett. Dessen Vater war ein Schulfreund des Verhandlungsführers des US-Militärs, der aus Zirndorf stammte, gewesen. Die persönlichen Beziehungen nutzten, und so durfte die Spielvereinigung schon bald wieder ihren Sportbetrieb aufnehmen. Verboten blieben allerdings bis in den Spätsommer 1945 Wettkämpfe. Zuschauer, auch zu den Trainingseinheiten, waren ebenfalls nicht zugelassen.

In Nürnberg war an eine Rückgabe des FCN-Stadions „Zabo“ an den Verein nicht zu denken. Zudem war der Zabo 1943 bei Bombenangriffen stark zerstört worden, während der Ronhof „lediglich“ den Verlust seiner Tribüne nach einem Brandbombeneinschlag im Februar 1945 zu beklagen hatte. So kam es, dass die Mannschaft des FCN ihre Trainingseinheiten monatelang im Ronhof durchführte.

Re-Start nach dem Krieg

In den offiziellen Statistiken taucht als erstes Derby nach dem Krieg ein 3:2-Erfolg der Nürnberger im Ronhof am 23. September 1945 auf. Rund 8000 Zuschauer kamen, es war zudem das erste Nachkriegs-Fußballspiel in Fürth.

In einer Auflistung der Derbys nach dem Krieg in der „Sportwelt“, Nr. 27, aus dem Jahr 1948, ist aber von einem bereits im August 1945 ausgetragenem Derby die Rede, das die Nürnberger mit 7:2 gewonnen haben sollen. Dass das Spiel, so es tatsächlich stattgefunden hat, nicht offiziell angekündigt und hinterher auch nicht darüber berichtet wurde, ist verständlich, denn Wettkämpfe waren ja untersagt. Dass man aber die Gelegenheit genutzt hat, ein Trainingsspiel durchzuführen, legen die Umstände durchaus nahe. Konkret beweisen lässt es sich aber am Ende nicht – mögliche Zeitzeugen, also Spieler, die auf beiden Seiten mitgewirkt haben könnten, sind leider längst verstorben.

 

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