Spielvereinigung feiert Jubiläum
Es war das dritte Endspiel in der Geschichte der SpVgg Fürth, und es brachte mit einem 4:1 über Hertha BSC den zweiten Titel und den vollkommenen Triumph der so gerühmten Fürther Spielkultur mit sich.
Am 13. Juni 1926 war die SpVgg Fürth zum zweiten Mal Deutscher Meister geworden. Das Finale, auch dank der starken Berliner, ging als eines der besten in die Annalen der Geschichte der „DM-Schluss-Spiele“ ein. Nach dem Sieg lag Fußball-Deutschland den Kleeblättlern zu Füßen, denn die spielerische Vollendung des Meisterteams markierte damals einen Höhepunkt der Entwicklung des Fußballs in Deutschland. Dass die Meisterelf in diesem Jahr auch als erstes deutsches Team beim FC Barcelona ein Freundschaftsspiel 1:0 gewann, ist ein Beleg dafür, dass die Fürther damals zu den absoluten Top-Teams in Europa zählten.

Vater des Triumphs war wieder einmal der kurz zuvor als Trainer zurück geholte William Townley. Der Trainer-Fuchs ließ das Kleeblatt im Endspiel zunächst mit einer vollkommen unerwarteten Defensiv-Taktik beginnen. Selbst als die Berliner in der 9. Minute in Führung gingen, blieben die Kleeblättler bei ihrer Marschroute.
Nach etwa einer Viertelstunde jedoch schaltete die Mannschaft um und überrollte die Berliner mit einer Mischung aus Tempo und Spielkultur, die selbst die neutralen Zuschauer im Frankfurter Waldstadion zu Beifallsstürmen hinriss. Lony Seiderer, der gefeierte Ball-Ästhet, verwandelte eine Vorlage von Ascherl zum 1:1 (27.), Auer staubte nach einem abgeblockten Seiderer-Schuss zur Führung ab und schließlich lenkte Hertha-Keeper Domscheidt einen Pass von Stürmer-Star „Resi“ Franz ins eigene Tor zum 3:1.
Der Fürther Flachpass triumphiert
Nach der Pause zelebrierte die SpVgg ihren gefürchteten „Fürther Flachpass“ in Vollendung. Ascherls 4:1 in der 68. Minute war das Tüpfelchen auf dem I.
Auf der Rückfahrt nach Fürth musste der Zug einige Male anhalten, da die Menschen, beispielsweise in Würzburg, das geniale Team feiern wollten. In Fürth waren wohl fast alle der damals 75 000 Einwohner auf den Beinen, als die Mannschaft im Triumphzug durch die Stadt zog.
Zu Recht: Die 26er-Elf war sicherlich die beste Mannschaft, die die SpVgg Fürth je hatte, ein Team, dass den Fußball in Deutschland prägte und in ganz Europa Anerkennung für seine wunderbare Spielweise fand.

