Rot-Weiss Essen im Kleeblatt-Check
In der Relegation trifft die SPVGG GREUTHER FÜRTH auf Rot-Weiss Essen. Anpfiff ist um 20.30 Uhr – am Freitagabend an der Hafenstrasse sowie am Dienstag bei uns im Ronhof. Im Hinblick auf Offensive, Defensive und den letzten Spieltag der regulären Saison gibt es ein paar Parallelen.
Essens Weg in die Relegation:
Rot-Weiss Essen sicherte sich am 38. Spieltag beim SSV Ulm den Relegationsplatz – und das auf dramatische Weise. Durch den 3:2-Auswärtssieg sprangen die Essener noch auf Tabellenplatz drei und zogen somit an Duisburg vorbei. Das entscheidende Tor zum Sieg fiel dabei erst in der 92. Minute durch Ben Hüning.
Zwei Wochen vorher hatte es noch so ausgesehen, als würden die Essener ihre Aufstiegschance auf den letzten Metern hergeben. An den Spieltagen 34, 35 und 36 gab es drei Niederlagen in Folge. Doch durch die Siege gegen Verl und eben Ulm am letzten Spieltag reichte es in der Endabrechnung dann doch noch für den Relegationsplatz.
Seit dem Aufstieg im Jahr 2022 gehört Rot-Weiss Essen wieder der 3. Liga an. Nach 13 Jahren Viertklassigkeit und sogar einem Jahr in der 5. Liga kämpfte sich der Traditionsverein Schritt für Schritt zurück in den Profifußball und etablierte sich im oberen Drittel der Liga. In der 2. Bundesliga spielte der Verein von der Hafenstrasse zuletzt 2006/07.
Der Gegner in Zahlen:
- Mit 78 Toren schossen die Essener die zweitmeisten Tore in der Liga
- 21 Prozent der Essener Treffer resultierten aus Flanken aus dem Spiel heraus – überdurchschnittlich viel im Ligavergleich
- Mit 66 Gegentoren gehört Rot-Weiss eher zu den defensiv schwächeren Teams in der 3. Liga
Wiedersehen mit Aufstiegsspieler
Mit Dickson Abiama trifft das Kleeblatt in der Relegation auf ein bekanntes Gesicht. Zwischen 2020 und 2024 absolvierte der Offensivspieler mehr als 100 Spiele für die Spielvereinigung und erzielte am 34. Spieltag der Saison 2020/21 das entscheidende 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf zum Bundesliga-Aufstieg. Seit der Winterpause läuft der 26-Jährige leihweise für Rot-Weiss Essen auf und erzielte bereits sechs Treffer in der Rückrunde. Darüber hinaus bereitete er vier Tore vor.

Spieler im Fokus: Torben Müsel
Der 26-Jährige Mittelfeldspieler steht seit 2023 bei Rot-Weiss Essen unter Vertrag und ist mit seinen elf Treffern der zweitbeste Essener Torschütze hinter Marek Janssen. Beim wichtigen Sieg gegen Ulm am Wochenende traf er gleich doppelt. Die meiste Zeit seines Fußballerlebens verbrachte der gebürtige Pfälzer beim 1. FC Kaiserslautern (2006-2018). Für Borussia Mönchengladbach kam Müsel auch schon zu zwei Kurzeinsätzen in der Bundesliga, einer davon war im November 2021 gegen die Spielvereinigung. Müsels Vertrag an der Hafenstrasse läuft im Sommer aus, laut der WAZ befindet sich der Rechtsfuß in "fortgeschrittenen Gesprächen" mit dem 1. FC Magdeburg.

Stimme zum Spiel:
Essens Trainer Uwe Koschinat: "Beide Mannschaften hatten am letzten Spieltag etwas zu gewinnen: die Relegation. Wir standen beide stark unter Druck etwas zu verlieren. Fürth hat unter enormem Druck eine Top-Leistung gegen Düsseldorf abgeliefert, darüber hinaus das Schlimmste abgewendet. Deswegen glaube ich, dass Fürth die Relegationsspiele eher positiv angehen wird, weil der direkte Abstieg gedroht hat. Auf der Basis dieses klaren Siegs gehe ich davon aus, dass sie sehr selbstbewusst sind. Es ist meinem Kollegen gelungen, in der Rückrunde die Mannschaft in einem ganz hohen Maße zu stabilisieren. Wir müssen schon davon ausgehen, dass wir gerade eher auf einen Zweitligisten, der etwas gestärkter ist, treffen. Es wird im ersten Spiel darum gehen, mit einem guten Gefühl und einem guten Ergebnis ins Rückspiel zu gehen."
Personal:
Uwe Koschinat muss am Freitag voraussichtlich auf folgende Spieler verzichten: Klaus Gjasula (Bänderriss Sprunggelenk), Franci Bouebari (Muskelverletzung) und Jannik Mause (Individualtraining).
