Vom kuriosen Trick zur historischen Marke

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Der Weg zum 500. Fürther Zweitliga-Sieg

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Das 1:0 gegen Holstein Kiel war der 500. Zweitliga-Sieg in der Vereinsgeschichte des Kleeblatts. Der Weg zu diesem Meilenstein begann einst mit einem kuriosen Trick und führte über zahlreiche unvergessliche Erfolge.

„Sehr cool“ fand Torschütze Aaron Keller seinen Beitrag zum schwer erkämpften 1:0-Sieg gegen Holstein Kiel am Sonntag – vor allem, als er die Folgen seines Treffers in der 87. Minute einordnen konnte: Es war ja nicht nur das Tor, das drei wichtige Punkte ermöglichte. Es war vor allem das Tor, welches dem Kleeblatt seinen 500. Sieg in der Zweiten Bundesliga bescherte. „Ein Meilenstein, das nehme ich als Privileg und freue mich“, so der sichtlich stolze Trainer Heiko Vogel nach der Partie. Und tatsächlich: Nachdem die Spielvereinigung nun schon seit Jahren unangefochten an der Spitze der Ewigen Tabelle der Zweiten Bundesliga steht, ist sie nun auch der erste Verein, der ein halbes Tausend Erfolge im Unterhaus des deutschen Profifußballs feiern darf.

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Ein Treffer, der nicht nur drei Punkte wert ist. Aaron Kellers Tor gegen Kiel ist durchaus von historischer Bedeutung in der über 120 Jahre alten Geschichte der Spielvereinigung.

Deutlich positive Bilanz

Den 500 Siegen stehen im Übrigen 346 Remis und 426 Niederlagen gegenüber – die Bilanz ist also deutlich positiv. Eingeholt werden die Weiß-Grünen wohl so schnell auch nicht: St. Pauli (459) und Hannover 96 (453) liegen noch ein schönes Stück zurück und werden auf die 500er-Marke noch ein wenig warten müssen.

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Bei der Anzahl an Zweitliga-Siegen liegen die Fürther vor dem FC St. Pauli, gegen den es 2012 einen wichtigen Erfolg vor dem ersten Bundesliga-Aufstieg des Kleeblatts gab. Eine emotionale Partie, wie dieses Bild mit Gerald Asamoah zeigt. 

"Nummernsalat": Beim ersten Zweitliga-Sieg den Gegner verwirrt

Begonnen hat das Ganze im Übrigen ebenfalls mit einem knappen 1:0: 1974, im zweiten Spiel der neu gegründeten Zweiten Liga Süd, war es Linksaußen Paul Werner Hofmann, der in der 30. Minute bei Borussia Neunkirchen den ersten Sieg für das Kleeblatt herausschoss. Dabei hatten sich die Fürther eines kuriosen Tricks bedient: Trainer Fred Hoffmann ließ mit dem damals neuartigen, sogenannten „Nummernsalat“ auflaufen. 

In Zeiten, als es noch keine individuellen Trikotnummern gab, wurde die Startaufstellung normalerweise von 1 bis 11 durchnummeriert, der Keeper hatte immer die Eins, der Rechtsaußen immer die Sieben, der Mittelstürmer die Neun und so weiter. Die Fürther aber mischten die Zahlen auf dem Rücken beliebig durch und verwirrten die Neunkirchner, die einige Zeit brauchten, bis sie ihre Gegenspieler gefunden hatten. Andere Zeiten, andere taktische Mittel, kann man dazu sagen. Deswegen ist auch nicht sicher, dass Torschütze Hofmann damals als Linksaußen mit der obligatorischen Nummer 11 auflief – wie es Aaron Keller beim 500. Sieg tat.

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Ob Paul Werner Hofmann im Spiel bei Borussia Neunkirchen die Nummer 11 trug, ist nicht sicher. Klar ist: Er war es, der den ersten Zweitliga-Sieg für die Fürther herausschoss. Hier ist Hofmann in einem Spiel gegen die Kickers Offenbach zu sehen.

Aachen längst überholt

Die Nummer 20 trug jedenfalls der Österreicher Robert Zulj, dem es am 18. Februar 2017 vergönnt war, den 400. Sieg für die Spielvereinigung sicherzustellen. Kurioserweise war auch diese Marke mit einem 1:0-Erfolg, damals gegen Fortuna Düsseldorf, erreicht worden. An der Spitze lagen die Ronhofer aber noch nicht, Alemannia Aachen hatte da noch vier Siege mehr auf dem Konto. Doch mittlerweile sind die Aachener längst überholt.

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Mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Düsseldorf sorgt Robert Zulj für den 400. Sieg der Spielvereinigung im Jahr 2017.

Auch sehr hohe Siege in der Bilanz

Das Kleeblatt steht nun in seiner insgesamt 37. Spielzeit in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Das bedeutet Jubel und Trauer, Freude und Ärger, Hoffnung und Aussichtlosigkeit. Es bedeutet auch Siege und Niederlagen.

Viele denkwürdige Erfolge hat das Kleeblatt am Laubenweg schon gefeiert. Der höchste Zweitliga-Sieg war 1980 gelungen, als man Borussia Neunkirchen 8:0 abfertigte. In neuerer Zeit erinnert man sich gerne an das 7:1 gegen Alemannia Aachen aus dem Jahr 2003. Oder an das unglaubliche 5:1 im Derby 2014, als neben dem Doppel-Torschützen Baba auch schon der damalige Neuzugang Robert Zulj erfolgreich war.

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Unvergessen: Der 5:1-Erfolg im Derby mit dem herausragenden Doppel-Torschützen Abdul Rahman Baba (2. v. r.).

Hauptsache, das Kleeblatt gewinnt

Nun – sicher waren nicht alle Siege so spektakulär wie das 6:0 aus dem Jahr 2014 in Cottbus, der höchste Auswärtssieg der Fürther Zweitliga-Geschichte, bei dem Ilir Azemi mit seinem legendären Hackentrick-Tor aus zehn Metern Entfernung für Aufsehen sorgte. Die meisten Siege waren wohl, wie das im Fußball so üblich ist, sogenannte Arbeitssiege. Ähnlich also wie am Sonntag gegen Kiel. Aber am Ende ist das egal, es zählt doch, wenn das Kleeblatt gewinnt – wie schon die „Kleeblatt Heroes“ in ihrer Hymne singen:

Und am schänsten is´ scho, wenn die Färdder g´winna, und die Bunkte, die bleib´m in Ronhof.